Am Freitag den 16.07.21 waren wir zusammen mit Fridays for Future Göttingen auf der Straße. Über 350 Teilnehmer*innen sind gekommen um gemeinsam für effektve und Radikale Klimapolitik zu kämpfen. Wir waren mit einem antikapitalistischen Redebeitrag Vertreten. Mehr Fotos gibt es auf unserem Intagram-Kanal.
[english below]
Wir alle sind heute hier weil wir erkannt haben, dass die Klimakriese die bisher wohl größte Herausforderung für die Menschheit ist. Uns dieser Herausforderung zu stellen ist die große Verantwortung unserer Generation. Unser Erfolg, oder unser Scheitern wird darüber bestimmen ob wir die Generation waren, die den Planeten hat sterben lassen oder jene, die ihn gerettet hat.
Wenn wir nur den Hauch einer Chance haben wollen den Klimawandel aufzuhalten dürfen wir keine Symptompolitik betreiben, sondern müssen seine Ursachen bekämpfen. Ich spreche nicht nur von den Umwelt- und Klimaschädlichen Industrien, sondern von dem zugrunde liegenden System. Wir müssen jenes System mit aller Macht bekämpfen, dass seit Jahrzehnten Wirtschaftswachstum über Nachhaltigkeit und Menschenrechte stellt. Das System, das korrupten Politiker*innen und machtgierige Wirschaftsbossen zum Erfolg verhilft und so jeden echten Wandel unterbindet. Der Klimakampf muss ein antikapitalistischer sein.
Neoliberale Politikerinnen tuen gerne so als sei Kapitalismus mit seiner freien Marktwirtschaft alternativlos. In wahrheit ist jedoch genau das Gegenteil der Fall. In der Klimakriese zeigt sich mehr als irgendwo sonst, dass nicht der Kapitalismus sondern seine Abschaffung alternativlos sind.
Wir als Klimagerechtigkeitsbewegung müssen uns mit aller Kraft gegen die Lüge des grünen Kapitalismus stellen. Der freie Markt kennt nur eine Richtung: nach oben. Er muss ständig wachsen und profite generieren, Stillstand ist sein Tod. Unser gesamtes Geld und Wirtschaftssystem ist darauf ausgelegt zu wachsen. Aus eben diesem Grund kann Kapitalismus nicht nachhaltig sein, er braucht immer mehr: immer mehr Geld, immer mehr kohle, immer mehr Ausbeutung von Natur und Mensch.
Diese Realität ist nicht einfach zu akzeptieren. Sie löst in vielen eine Angst vor Privilegienverlust aus, gepaart mit einer Grundlegenden angst Veränderung. Diese Angst ist jedoch unbegründet. Wenn wir uns endlich trauen unser Wirtschaftssystem zu hinterfragen haben wir als Gesellschaft eine Chance ein neues System zu erschaffen; eines das nicht auf der Ausbeutung von Mensch und Natur basiert, sondern auf wahrer Solidarität mit unseren Mitmenschen und Respekt vor unserem Planeten.
Für manche hier mag ich klingen wie ein Hippe oder einer dieser Kommunisten vor denen sie das Fernsehen gewarnt hat, aber letztlich muss sich jeder und jede einzelne fragen in welcher Gesellschaft sie leben wollen und ob es diese ist, in der die politischen Eliten seit Jahrzehnten um den Klimawandel und seine Folgen wissen und statt etwas dagegen zu unternehmen lieber in die Vorstände von Öl-Konzernen gehen.
Ich möchte ganz deutlich sein: Die herrschende Klasse, Großunternehmer*innen, Miethaie, Millionärinnen, Spitzenpolitikerinnen haben wenig bis kein Interesse an Veränderung. Zu gut geht es ihnen, zu viel Geld fließt in ihre Taschen.
Alle großen Parteien haben dies immer wieder bewiesen: zuletzt waren es Unionspolitiker, die sich mit maskendeals an einer fucking Pandemie bereichert haben, Amtor mit Augustus Intelligence, das große Netzwerk um Wirecard und im vorherigen Kabinett war es Schröder und gazprom um nur einige zu nennen.
Ich spreche aber nicht nur von Korruption und Bestechung sondern auch von Bequemlichkeit und Unwillen die eigene privilegierte Position zu Opfern.
Versteht mich hier aber bitte nicht falsch. Ich möchte hier keine leere Konsumkritik üben und die Verantwortung auf jeden einzelnen schieben. Diesen Fehler überlasse ich den liberalen. Weniger Auto fahren, kein fleisch essen, nicht unnötig fliegen, all das ist richtig und wichtig, aber es wird uns nicht retten. Es ignoriert nämlich die Lebensrealität von buchstäblich Milliarden Menschen, die sich teure vegane Produkte nicht leisten können, die einen weiten weg zur Arbeit oder enge Verwandte im Ausland haben. Wir brauchen nicht das cherry picking von privilegierten, die sich jeden tag etwas raus suchen, wo sie sich heute besser verhalten können, sondern die Bereitschaft das System zu hinterfragen, das uns alle hier weit oben an die Globale Ausbeutungskette gestellt hat. Radfahren und Veganismus sind super und nicht unwichtig, aber ultimativ Wertlos ohne den Kampf für radikalen sozial-ökologischer Wandel.
Eben dieser Kampf ist unsere Aufgabe als Klimagerechtigkeitsbewegung. Dieser Kampf wird lang und hart aber wir stehen nicht alleine da. Überall in der Welt gibt es menschen die wie wir für eine Bessere Welt kämpfen. In ihnen liegen unsere Verbündeten, nicht in der Union, der SPD und auch nicht bei den Grünen. Besonders in Jene die die Grausamkeit des Kapitalismus und die Folgen des Klimawandels am härtesten zu spüren bekommen, sollten wir unser Vertrauen legen. Wir müssen uns mit unseren Genoss*innen im globalen Süden vernetzen, ihnen zuhören und ihre Kämpfe verstehen. Wir müssen unseren Kampf gegen den Klimawandel als Anti-imperialistischen begreifen. Es sind die Selben Kräfte, die unseren Planeten zerstören und ein rassistisches System der Ausbeutung aufrechterhalten. Wir können unseren Kampf nicht als losgelöst von den sozialen Kämpen sehen, die seit Jahrhunderten geführt werden. Unser Kampf muss Anti-imperialistisch, Anti-Nationalistisch, Antirassistisch und feministisch sein.
Wir müssen unsere kämpfe verbinden, mit all jenen die erkannt haben, dass nur eine Gesellschaft, in der die Würde und das Leben jeder einzelnen wichtiger ist als Profit, uns und unseren Planeten Retten kann.
Wir sind nicht allein, überall auf der Welt haben wir gleichgesinnte, Freund*innen und Genoss*innen die mit uns Seite an Seite für eine Bessere Zukunft kämpfen. Gesellschaftlicher Wandel kann nur von unten kommen. Am ende entscheidet die Straße!
Das ausbeuterische kapitalistische System wurde von Menschen geschafften und kann von ihnen überwunden werden.
System Change not climate change!
All of us are here today because we realized, that the climate crisis is the most difficult challenge we as a society ever faced. To fight it is the responsability of our generation. Our succes or faliure will decide wheter we will be the generation that destroyed our Planet or the one that saved it.
If we want a snowballs chance in hell to stop global warming, we can not loose ourself in simbolism, but we have to fight its cause. And I’m not just talking about Industries that harm our enviroment but about the underlying system. About the system that puts profit and groth before sustainability and basic human rights. For centuries now it helped powerhungry and corupt politicians into power and thus prevented any real change. To fight for climate justice means that we need to to fight this system by all means necessary. Our struggle must be anticapitalist.
Liberals often act as if capitalism is human nature and without alternative. In reality the exact opposite is the case. The climate crisis demonstrates once and for all that it not capitalism that is without alternative but its abolition.
We as the climate movement must push back against the lie of a green and sustainable capitalism. The free market has only one direction: up. It needs constant groth; stagnation means its death. Everything in our economical system is dependent on groth. And that is exactly why it can never be sustainable, it always needs more: More Money, more coal, more exploitation of humans and nature.
It is not easy to exept this reality. It can cause a fear of loosing ones priviliges and big change is allways scary. But we should not fear this change, but embrace it. Because when we finally question the structure of our society we will be able to create a new one, one that is not based on the exploitation of our planet and the working class, but instead on solidarity and respect for nature.
For some i might sound like a hippie or one of those commis the tele warned about, but ultimately each and everyone of us has to decide in what society they whant to live, and if it is this one where politicians have for decades about climate change and its catastrophic impact and instad of acting to save lives they would rather get rich of mineral oil.
I want to make one thing very clear: the ruling class, politicians, CEOs, millionares, credit sharky, all of them have very little interest in any change of system because the one we have is to profitable for them. Every major party proved this time and time again. Lately it was CDU politicians proffiting of a fucking pandemic, Amtor lobbying for Augustus Inteligence, the huge network aroud Wirecard and before that it was Schröder and Gazprom. But its not only corruption and bribes that stop any significant change, but also people like us not being willing to question their priviliges and to let them go.
But do not get me wrong. I do not want to individualize resposability. That is a mistake i will leave to liberals. Driving less with your car, not eating meat, not flying all that’s all good and well but it won’t save us. That is because it ignores the reality of quite litteraly billions of people, who can not efford expensive vegan food, who live far from their place of work or have close relatives far away. We do not need cherry picking from the privileged who pick and choose each day how they are gonna save the world today. What we need is the honest will to question the system that made us privileged in the first place. Biking and veganism are great and not unimportant but will remain ultimately worthless without the fight for a radical socio-ecological revolution.
This fight must be part of our struggle. It won’t be easy but we are not alone. There are people all over the globe fighting for a better world. They are our allies, not the CDU, the SPD or the Green Party. We should put our faith in those who have exerienced the cruelty of capitalism and the challenges of global warming in their own lifes. We need to conect with our comrades all over the world. We need to listen to their demands and understand their struggles. We need to understand that our fight against the climate crisis also has to be a fight against Imperialism. It is the same system that destroyed our planet and enslaves and exploits people. We can not view our stuggle as independent from social struggles that have been fauht for centuries. Our struggle has to be Anti-Imperialist, Anti-Nationalist, Antiracist and a feminist one.
We need to merge our fight with all those who realized that only a society that values each and everyone more than Profit, can save us and our planet.
We are not alone. We have friends, allies and comrades all over the globe and we will fight side by side for a better future. True Change can only come from below. All power to the people!
The capitalist system was created by people and people will bring it to fall.
System Change not Climate Change.